NPD Ingolstadt

02.08.2014

Lesezeit: etwa 5 Minuten

Argentinien und Griechenland: Zwei Schauplätze, die gleichen Drahtzieher

Ein führendes „Qualitätsblatt“ dieses Landes, die „WELT“, schreibt über die Situation in Argentinien. Seit gestern ist das südamerikanische Land faktisch zahlungsunfähig. Genauer gesagt, hat ein US-amerikanisches Gericht eine Entscheidung getroffen, welche Argentinien die Wahl zwischen Pest und Cholera läßt.

Argentinien mußte im Laufe seiner Geschichte bereits mehrmals Staatsbankrott anmelden, doch die aktuelle Situation ist beispiellos. Die Ursachen hierfür liegen in der Argentinienkrise der Jahre 1998 bis 2002. Argentinien war damals zahlungsunfähig und konnte weder Zinsen noch Tilgung für seine Staatsschulden bedienen. Der mittlerweile verstorbene damalige Präsident Nestor Kirchner, Ehemann der jetzigen Staatspräsidentin Cristina Kirchner, handelte mit den Gläubigern eine Vereinbarung aus, wonach sie – wenn Argentinien wieder auf die Beine kommt – zumindest dreißig bis vierzig Prozent ihrer Anlage zurückerhalten. Nur zwei US-Hedgefonds hatten sich an dieser Vereinbarung nicht beteiligt und beharren auf der Auszahlung ihrer Anlage.

Dazu muß man aber wissen, daß diese Hedgefonds damals Staatspapiere für 50 Millionen US-Dollar gekauft hatten, die aber heute – nach Überwindung der Argentinienkrise -  1,5 Milliarden US-Dollar wert sind. Die Hedgefonds wollen vom argentinischen Volk also das Dreißigfache ihres Einsatzes herauspressen, Argentinien bot das Dreifache des Einsatzes.

Dies lehnten die Hedgefonds ab und zogen vor ein US-Gericht. Dieses „verurteilte“ Argentinien, die gesamte Summe zahlen zu müssen. Und nicht nur das – es verbot die Auszahlung von Zinsen und Tilgung an alle anderen Gläubiger. Folglich hat die beauftragte US-Bank, auf welcher Argentinien Zins- und Tilgungsrate eingezahlt hat, diese eingefroren. Somit gilt Argentinien als zahlungsunfähig. Wenn Argentinien die beiden Hedgefonds auszahlen würde, dazu wären die Argentinier in der Lage, würde eine Klausel greifen, wonach alle anderen Gläubiger ebenfalls zu hundert Prozent abgefunden werden müßten – und das wäre der tatsächliche Bankrott, denn in diesem Falle handelt es sich um ein Summe von rund 500 Milliarden US-Dollar.

Wir sehen, wie einige wenige Spekulanten mit einer im Verhältnis sehr kleinen Summe – 50 Millionen US-Dollar – im Bunde mit einem US-Gericht ein Land in die Knie zwingen können, und zwar ohne Rücksicht auf die Auswirkungen auf die betroffenen Bevölkerung. Schlimmer läßt sich die unheilvolle Allianz der Ostküsten-Hochfinanz mit der Politik der USA nicht illustrieren. Wegen der Profitgier einiger Spekulanten läßt man ein Land über die Klinge springen. Nebenbei gesagt, gleichzeitig mischen sich die gleichen Kreise in die inneren Angelegenheiten Rußlands ein, weil dort vor Jahren der Yukos-Konzern verstaatlicht wurde, dessen Eigentümer den russischen Staat um viele Milliarden US-Dollar an Steuern betrogen hatte. Ein „internationales Gericht“ „verurteilte“ jetzt Rußland, sogenannte „Entschädigungen“ von rund 50 Milliarden US-Dollar zu bezahlen – an Wirtschaftskriminelle, die sich nach Israel abgesetzt hatten.

Früher überfiel man andere Länder und plünderte sie aus, heute installiert man willfährige Kreaturen, die ihre eigenen Länder zur Plünderung freigeben. Wo dies nicht gelingt, wird gehetzt, gewühlt, mit Sanktionen und Boykott gedroht, es werden Verschwörungen gesponnen und Regierungen gestürzt.

Zurück zum Anfang. Die „WELT“ wußte natürlich ganz genau, warum es zur Argentinienkrise im Jahre 1999 kam. Nach Einführung des Peso Anfang der neunziger Jahre wurde dieser im Verhältnis eins zu eins an den US-Dollar gekoppelt. Dies führte zu steigenden Importen mit folgender steigender Arbeitslosigkeit und ansteigenden Staatsausgaben, ansteigenden Außenhandelsdefiziten und in der Folge steigende Schulden bis zum Kollaps.

Woran erinnert uns das eigentlich, woran nur? Ach ja, richtig! Griechenland, Spanien, Portugal – alle diese Länder hat man währungsmäßig eins zu eins an Deutschland, Österreich und die Niederlande gekoppelt, nur nicht als Drachme, Peseta oder Escudo, sondern gleich richtig in einer Währung, dem Euro. Ansonsten bildet die Argentinienkrise den Niedergang der südeuropäischen Staaten perfekt ab. Mit dem Unterschied, daß die argentinische Pleite die Argentinier selber bezahlt haben und im Falle der Griechenlandpleite andere zahlen werden.

Natürlich weiß dies auch die „WELT“. Aber für Propagandablätter ist gleiches eben nicht immer gleich. Die USA verkaufen aus Munitionslagern in Israel an Israel Munition, mit der ein dreißig mal zehn Kilometer großes Gebiet in Schutt und Asche gebombt wird mit über 1300 Toten und fast 10 000 Verletzten. In der israelischen Armee kämpfen nach Angaben der US-Nachrichtenseite „The Daily Beast“ rund 5000 US-Amerikaner, Franzosen, Australier und Neuseeländer. Wird das thematisiert in der Qualitätspresse vom Schlage der  „WELT“? Nein, dort beißt man sich an der Situation in der Ukraine fest, wo die USA und der gesamte „freie Westen“ mit fünf Milliarden US-Dollar, Geheimdiensten und gekauften Subjekten einen Putsch, einen Umsturz wie aus dem Lehrbuch von Sharp inszeniert haben.

Wenn infolgedessen Rußland seine legitimen Interessen verfolgt und nicht irgendwelche imaginären Interessen, welche die USA in der ganzen Welt zu haben glauben, wird gegen Rußland eine Hetze entfacht, welche ihresgleichen sucht. Vergleiche und Lehren daraus sind für die „WELT“ und Co. in jeder Hinsicht unzulässig – die Argentinienpleite wird nicht mit der Griechenlandpleite verglichen. Die Unterstützung der israelischen Mordbrennerei im Gazastreifen durch die USA wird keinesfalls in Relation gesetzt mit den Auseinandersetzungen in der Ostukraine.

Man sagt ja, daß im US-Außenministerium 30 000 Personen angestellt sind, die CIA für verdeckte Öffentlichkeitsarbeit 27 000 Mitarbeiter beschäftigt. Man darf angesichts der Propagandatätigkeit der BRD-Qualitätspresse davon ausgehen, daß deren maßgeblichen Redakteure allesamt auf der Gehaltsliste einer US-Kostenstelle stehen.

 

» Zur Hauptseite wechseln

Bildschirmauflösung:  X  px Pixeldichte: